Die Schweiz hat mich zuerst einmal mit viel Schnee und viel Bürokratie empfangen. Beides sehr typisch und ich hab mich auch sehr gefreut wieder mal die verschneiten Wälder zu geniessen.
Auch bei der Jobsuche wurde ich schnell fündig und konnte mich bereits ein paar Tage nach der Rückkehr bei der RUAG in Interlaken vorstellen wo ich nun ab dem 1.April 2012 arbeiten werde.
Nun fehlt mir nur noch eine gemütliche Wohnung in Interlaken oder Umgebung damit ich mich dann wieder in der Schweiz heimisch fühle.
Das Erlebte in Südamerika, vorallem in Peru und Kolumbien, werde ich nicht so schnell vergessen. Ich hatte eine faszinierende Zeit, sah prächtige Landschaften und habe wunderbare und interessante Menschen getroffen. Und vorallem habe ich in Peru und Kolumbien praktisch nur fröhliche Menschen getroffen die immer ein strahlendes Lächeln im Gesicht hatten und sehr kommunikativ und herzlich waren. Und dies obschon fast jeder finanziell am Limit ist und sich nur gerade das nötigste leisten kann. Aber man hilft sich gegenseitig und das Wichtigste ist sowieso gratis:
Die Fröhlichkeit, die Freundschaft und der Spass am Leben
Ich möchte euch zum Schluss noch eine kurze Zusammenfassung der Länder mitgeben, die ich berreist habe.
Der Anfang in Argentinien war sehr europäisch. Die Kultur und das Aussehen der Leute erinnerte mich sehr an Spanien. In Buenos Aires war es hektisch und die Leute sehr gestresst. Erst im Norden, in Salta, haben sich die Menschen verändert und die südamerikanische Gelassenheit wurde sichtbar.
Landschaftlich hat Argentinien sehr viel zu bieten. Im Süden in Patagonien sind die Berge und das kalte Klima. In der Mitte die Steppen bis zu den Wüsten im Norden. Und im Nordosten bei Iguazu gibts sogar noch ein bisschen Dschungel.
Typisch für Argentinien ist die spezielle spanische Aussprache. So werden Doppel-"l" und "y" immer als
sanftes "sch" ausgesprochen und in Tucuman wird dann noch das "s" am Schluss nie betont. Nicht gerade perfekt für einen Spanischanfänger.
Die Ankunft in Chile war für mich ein Schock. Die Chilenen sprechen zwar eher wieder das Spanisch, das ich von der Schule kenne, dafür doppelt so schnell und alles in der Verkleinerungsform (cafe = cafecito). Und vorallem hab ich um und in Santiago de Chile fast nur unhöfliche Leute getroffen.
Chile wird von den Argentinier ein bisschen belächelt und als Fett von Südamerika bezeichnet (wegen der länglichen Struktur des Landes). Tatsächlich sind die Chilenen nicht sehr beliebt bei ihren Nachbarn. Dies vorallem, weil sie 1880 im Salpeterkrieg teile von Peru und vorallem den Meerzugang von Bolivien erobert haben.
Chile ist ein unglaublich langes Land und hat sehr verschiedene Klimazonen. Patagonien muss sich Chile mit Argentinien teilen und dort sind die bekannten Gletscher und Naturparks. Im Norden wird es dann sehr trocken und ich hab für Monate kein Grashalm mehr gesehen.
In Bolivien haben die Leute das typische Indianergesicht und ich konnte mich definitiv nicht mehr verstecken als Tourist!
Bolivien ist sehr billig aber dafür auch sehr ungepflegt und schmutzig. Ich hab aber leider nur die touristischen Destinationen von Bolvien gesehen (Uyuni, La Paz, Titicaca) und kann daher nicht viel über die Leute sagen. Ich habe aber gehört, dass die Leute grundsätzlich sehr nett sind..
Der Westen von Bolivien ist geprägt durch die Höhe der Anden. So befindet sich der Regierungsitz La Paz zwischen 3200müM und 4100müM und der Titicacasee auf 3800müM.
In Peru sind dann die Leute eher klein und frech. Wenn man da nicht vordrängt an der Warteschlange, so kann es sein, dass man stundenlang ansteht!! Und die Frauen sind schöner als in Argentinien, Chile oder Bolivien (diese Meinung konnten aber nicht viele mit mir teilen!). In Peru hab ich das erste Mal das Südamerika erlebt, wo ich erwartet habe.
Landschaftlich schliesst sich Peru an Chile an. Die Küstenregion bis Lima ist vorallem Wüste. Viel mehr kenne ich auch nicht, da ich nur an der Küste bis Lima gefahren bin. Die meisten Leute, die mal in Peru waren, kennen Machu Pichu und Arequipa, wo saftige Hügel das Landschaftsbild zieren. Gemäss Peruaner die ich in Lima kennengelernt habe, soll Peru aber noch viel mehr zu bieten haben als Machu Pichu. So soll es u.a. einen Wasserfall geben, der noch höher ist als die Angel Falls in Venezuela.. Das Land hat auf jeden Fall noch viel Potential!
Von Kolumbien haben schon viele Leute geschwärmt. Hierzulande hat Kolumbien immer noch das Drogenimage und wird als gefährlich eingestuft. Es ist jedoch nicht gefährlicher als anderswo in Südamerika. Und vorallem hat sich in den letzten 10 Jahren enorm viel verändert und die Kolumbianer investieren sehr viel Geld in eine neue, turistengerechte Infrastruktur: Z.B. war der Flughafen von Bogota der modernste Flughafen, den ich je gesehen habe!!
Wie in jedem Land war ich jedoch anfangs mit der Sprache wieder mal überfordert. Es ist schon eindrücklich wie jedes Land sein eigenes Spanisch entwickelt hat.
Landschaftlich ist Kolumbien das vielfältigste Land das ich gesehen habe. Wüstenregionen an der Westküste, fruchtbares Mittelland und viel Dschungel. Und auch fliegerisch gibt es sehr viel zu entdecken!
Kolumbien ist aus meiner Sicht die Touristendestination der Zukunft.
Das war nun mein letzter Eintrag im Blog. Ich hoffe ihr hattet Spass beim Lesen und ich kann nur sagen: "nos vemos"...
Miguel
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