Fliegerisch hatte ich die letzten 2 Wochen zuerst noch Glück mit dem Wetter. Danach war jedoch der Wind zu stark.
Salta
In Salta wollte ich eigentlich gar nicht fliegen. Das Wetter sah jedoch super aus und ich hab einfach mal die Nummer gewählt, die mir Hombre gegeben hat. Mein erstes Telefongespräch verlief sehr erfolgreich und ich hab eine zweite Nummer gekriegt und danach noch eine dritte und am Schluss war ich nicht mehr sicher was nun abgeht..
Am nächsten Tag wurde ich von der Reception informiert, dass ich um 11:00 abgeholt werde. Hat doch geklappt!!
Horacio fuhr mit mir nach San Lorenzo, von wo wir den Startplatz zu Fuss in einer Stunde erreichten. Es war mein erster Flug in diesem Gebiet (und mein erster in Südamerika) und Horacio wollte unbedingt auf Strecke gehen, also haben wir vereinbahrt, dass ich ihm folge.
Schon kurz nach dem Start kann ich gut Höhe machen und warte auf Horacio, der immer noch vor dem Startplatz herumkratzt.
Es vergeht eine Ewigkeit bis Horacio endlich bei mir oben eintrifft und zusammen fliegen wir Richtung Norden (obschon Richtung Süden wunderschöne Wolken standen!?). Wie erwartet wurde es ein Gleitflug irgendwo in die Büsche in einem umzäunten Wohnquartier..
Tucuman
In Tucuman gibt es eine lustige Flugszene. Auf der einen Seite gibt es den weltbekannten, wunderschönen Startplatz "Loma Bola". Wegen irgendwelchen Streitereien jedoch wurde 200m nebenan, noch ein zweiter Startplatz erstellt "Los Pinos". Irgendwie bin ich von Anfang an mit den Leuten von Los Pinos zusammengekommen. Eine lustige Truppe..
Als ich das erste Mal mit den Leuten von "Los Pinos" (wird in Tucuman nur "Lo Pino" ausgesprochen, irgendwie haben die in Tucuman eine Abgneigung gegen "s"!) hochfuhr, stand der Wind super und ich wollte mich gleich bereitmachen. Ich wurde jedoch darauf hingewiesen, dass um diese Zeit die Thermik zu stark sei und ich noch warten solle.
Also warte ich ungeduldig, als plötzlich eine schwarze Wolke daherrauscht. Alle legen sich flach auf den Boden, ich inklusive, und der riesen Schwarm von Bienen fliegt eine halben Meter über unsere Köpfe. So was hab ich noch nie gesehen!!
Das war dann auch das Startzeichen für mich. Die Thermik war schwach und ich konnte beim Startschlauch aufdrehen, aber danach gings nur noch runter. Den Anderen gings nicht besser.. Wieso auch warten, bis die Thermik abstellt!!!
Der Startplatz ist hier übrigens gegen Osten ausgerichtet. Gestartet wird jedoch erst um 14:00, wenn die Sonne bereits nicht mehr in den Hang scheint. Kommt mir irgendwie spanisch vor!!
Am nächsten Tag wartete ich nicht lange und startete viel früher. Die Thermik war stark (halt Frühling). Mein Ziel, Richtung Süden zu fliegen musste ich jedoch abbrechen, da es harzig war am Hang.
Richtung Tucuman Centro standen jedoch Wolken und ich steuerte direkt dorthin.
Bei der ersten Wolke gings noch wunderbar hoch, bei der zweiten auch noch, doch dann gings nur noch runter und ich war schon bei der Landeinteilung (links auf dem Foto), als es 50m über Grund anfängt zu piepsen. Mit viel Geduld erarbeite ich Meter für Meter und 20 Minuten später war ich wieder auf 2300m. So macht Gleitschirmfliegen Spass!!
La Rioja
La Rioja ist ein anderer bekannter Ort zum Gleitschirmfliegen und das Hostal von Rubio ist die Anlaufstelle jedes Piloten. Ich werde um 20:00 Uhr im dunkeln herzlich mit Bier und Pizza empfangen.
Am nächsten Tag um 15:00 Uhr gehts auf den Startplatz. Auch hier ist die Thermik vorerst zu stark um zu starten. Der Startplatz (SE) bricht steil ab in eine der vielen Schluchten (Quebrada) hier in Argentinien. Voll die Ablösekante und mit dem starken Ostwind war das kein Kinderspiel.
Die 3 Deltas konnten eigentlich problemlos starten. Ich musste jedoch warten bis sich der Wind ein bisschen gelegt hatte. Dafür hatte ich dann einen wunderschönen Flug. Am zweiten Tag kam der Wind dann von der anderen Seite und ich musste aufpassen, dass es mich nicht in die Schlucht bläst. Nach langer Wartezeit am Startplatz (war das warm im Overall!!) konnte ich jedoch starten.
Das Landeplatzbier musste jedoch hart erkämpft werden. Denn eine Aussenlandung kostet hier ein Liter Bier! Ich habs jedoch immer zurück zum Landeplatz geschafft und musste kein Bier zahlen:-))
La Cumbre
Vom Fluggebiet "La Cumbre" hab ich viel erwartet. Leider konnte ich in La Cumbre nicht fliegen. Es kann nur bei schwachem Nordwind geflogen werden. Alle anderen Windrichtungen machen den Startplatz zu einem gefährlichen Pflaster. Glaub die meisten Piloten werden wohl von der schönen Aussicht geblendet und vergessen ganz, dass man an einem guten Startplatz immer starten kann:-))
Mina Clavero
Da die Windaussichten in La Cumbre nicht sehr rosig waren, bestieg ich den Bus Richtung Mina Clavero. Dort sollten am Wochenende die argentinischen Gleitschirmmeisterschaften beginnen (www.opentraslasierras.com.ar) und da sollte ich sicher fliegen können.
Leider war auch hier der Wind zu stark und ich kann euch leider nur ein Foto vom Startplatz bieten:-(
Wie bei allen Gleitschirmreisen, die ich bis jetzt gemacht habe, muss ich wieder mal feststellen, das die Schweiz das Paradies zum Gleitschirmfliegen ist. Die Startplätze hier sind eine Pest für jedes Gleitschirmtuch. Die Informationen über Wetter sind rar. Und der Zugang zum Startplatz meistens sehr mühsam.
An den Piloten hier hab ich jedoch meinen Spass. Am Startplatz voll der Macho und in der Luft saufen sie kläglich ab!
Vielleicht komme ich hier in Mendoza wieder mal zu fliegen. Und sonst geh ich halt Wein saufen!!
Hasta luego
Miguel









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